Feingefühl ist angesagt
Geschrieben am 11.07.2016

Die Wohnung liegt perfekt, ist gut geschnitten und auch noch bezahlbar - aber wie überzeugt man den Makler oder Vermieter? Auch das Auftreten bei der Besichtigung ist entscheidend. Bei einer Wohnungsbesichtigung gilt es, viele Fragen zu klären. Aber nerven will man auch nicht, sonst ziehen die Mitbewerber ein. So fällt man dem Vermieter nicht gleich mit der Tür ins Haus.

Vermieter sind verpflichtet Mängel anzugeben

Vermieter wollen nicht immer etwas verbergen. «Sie sind grundsätzlich an guten und langfristigen Mietverhältnissen interessiert, haben also nichts gegen gut informierte Mieter, die ihre Rechte kennen», betont Alexander Wiech von Haus & Grund. «Außerdem sind Vermieter sogar verpflichtet, Mängel anzugeben, wenn sie davon Kenntnis haben.» Sie müssen sie dann in einer angemessenen Frist beheben lassen.

Fotografieren bedarf der Erlaubnis des Vermieters oder Maklers

«Wer Fotos in der Wohnung machen möchte, muss vorher unbedingt den Vermieter oder Makler fragen und seinen Wunsch auch begründen », sagt Michael Drasdo, Vorsitzender des Gesetzgebungsausschusses Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein. Besondere Sensibilität ist in bewohnten Wohnungen angebracht. «Dort dürfen Fremde keinesfalls in das Persönlichkeitsrecht der Bewohner eingreifen. »

Bei der Wohnungsgröße wird oft geschummelt

Mitunter schummeln Vermieter hierbei. Entscheidend ist, was im Vertrag steht. Allerdings darf die angegebene Zahl bis zu zehn Prozent von der Wohnungsgröße abweichen. «Statt beim Besichtigungstermin alle Räume auszumessen, kann man zum Beispiel den Vermieter um einen Grundriss der Wohnung bitten», empfiehlt Siegmund Chychla vom Mieterverein.

Wohnung auf undichte Fenster und Türen prüfen

Niemand hat etwas dagegen, wenn bei der Besichtigung ein Fenster geöffnet oder geschlossen wird, um zu schauen, ob es gut schließt. «Dabei wird aber nicht klar, ob sie auch dicht sind», erklärt Chychla. Aber solche Mängel kann der Mieter noch später nach seinem Einzug anzeigen. «Dabei handelt es sich um verdeckte Mängel. Die muss der Vermieter immer beheben.»

Funktionsfähigkeit der Heizung prüfen

Außerhalb der Heizsaison ist es schwer, herauszufinden, ob die Heizung funktioniert. «Wenn in jedem Raum ein Heizkörper steht, ist anzunehmen, dass sich die Wohnung ausreichend beheizen lässt», erklärt Chychla. Stellt sich später heraus, dass die Wohnung nicht ausreichend warm wird, muss der Vermieter den verdeckten Mangel beheben.

Offensichtliche Mängel im Übergabeprotokoll festhalten

Diese sollten Mieter bei der Besichtigung immer ansprechen und im Übergabeprotokoll festhalten lassen. Denn es gilt: gemietet wie gesehen. Eine Mietminderung kann der Mieter dafür später nicht mehr geltend machen. Es besteht sogar die Gefahr, dass er beim Auszug für diese Mängel geradestehen muss. 

www.haus-und-grund-muenchen.de

Foto: dpa