immostar.de Wohnreport - KW 35
Geschrieben am 29.08.2016

Bei überfluteter Wohnung muss Vermieter keine Ersatzwohnung stellen

Wer aufgrund von Hochwasser aus seiner Wohnung ausziehen muss, kann nicht verlangen, dass ihm der Vermieter eine Ersatzwohnung stellt. «Grundsätzlich hat der Mieter bei Flut gegenüber dem Vermieter keinen Anspruch auf Schadenersatz», sagt Anja Franz vom Mieterverein München. Das gilt zumindest, wenn höhere Gewalt - wie zum Beispiel bei einem Unwetter - die Ursache dafür ist. Betroffene sollten sich in so einem Fall an die zuständige Gemeinde oder an den Katastrophenschutz wenden. Für die Kosten einer Unterbringung muss der Vermieter nur aufkommen, wenn er grob fahrlässig gehandelt hat, erklärt Franz - also etwa Abflussrohre nicht gereinigt oder Ventile nicht gewartet wurden.

dpa/tmn

Ofen im Mehrfamilienhaus einbauen: Reicht Kapazität des Schornsteins?

Auch in Mehrfamilienhäusern lassen sich Öfen nachrüsten. Doch: In Mietwohnungen ist ein Kaminanschluss eine bauliche Veränderung. Der Vermieter müsse zustimmen, erklärt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Komplizierter wird es bei Eigentumswohnungen. Wenn das Haus schon über einen Schornstein verfügt, ist die Frage: Wie stark ist er ausgelastet? Happ erläutert es beispielhaft: Der Schornstein bietet Kapazität für sechs Anschlüsse. Fünf sind belegt, noch einer ist frei. Wohnen nun mehr als sechs Parteien im Haus, müssen all jene Eigentümer dem Anschluss zustimmen, die dann nicht mehr den Schornstein nutzen könnten.

«Denn sie können dadurch beeinträchtigt werden», schildert Happ. Zusätzlich sei für diese bauliche Veränderung ein Mehrheitsbeschluss in der Eigentümerversammlung nötig. Einfacher ist der Fall, wenn erst ein Schornstein gebaut werden müsste. Aber auch dann müssen alle Eigentümer zustimmen. Beim Einfamilienhaus im eigenen Besitz darf grundsätzlich ein Kamin eingebaut werden. «Ein Grundstück darf man nach seinen Vorstellungen nutzen», sagt Gerold Happ. Dennoch sollte man sich bei der Gemeinde nach Vorgaben und Einschränkungen erkundigen. Sicher ist sicher.

dpa/tmn

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