„south one“: Das südlichste Wohn-Hochhaus
Geschrieben am 22.08.2016

Kilometerweiter Ausblick über Stadt und Land war über Jahrzehnte hinweg entweder ein Privileg der Chefetage – oder ein Merkmal ungeliebter Trabantenstädte in wenig gefragten Randlagen. Doch seit einigen Jahren wird Hochhauswohnen auch hierzulande wieder als eine echte Alternative zur perspektivlosen Versiegelung urbaner Neubaugebiete diskutiert und nachgefragt. Mit der Revitalisierung der ehemaligen Siemens-Konzernzentrale in München-Obersendling ist daher gleich in mehrfacher Hinsicht ein wegweisendes Projekt auf den Weg gebracht: aus nüchternen Büros werden rund 270 attraktive Wohnungen im südlichsten Wohn-Hochhaus Deutschlands, dem “south one“.

 

Mittelpunkt des neu entwickelten Quartiers ist das Wohn-Hochhaus „south one“

Während einer Pressekonferenz im 16. Obergeschoss erläuterten die Projektentwickler der ISARIA Wohnbau AG und die Planer vom Büro Meili, Peter Architekten die Details der Umnutzung des seit Jahren leerstehenden Büroturms im Münchner Süden. Während östlich des Hochhauses seit 2010 die Südseite entwickelt und fertig gestellt wurde, braucht es für das neue Quartier westlich der Baierbrunnerstraße zurzeit noch etwas Vorstellungskraft: Im Anschluss an das Hochhaus realisiert die Patrizia AG ab 2018 weitere rund 1.000 Wohnungen und ein ergänzendes Nahversorgungsangebot. Buchstäblicher Leuchtturm des gesamten Viertels jedoch wird das neue alte Hochhaus, das alle übrigen Hochpunkte des Quartiers um rund 35 Meter überragt.

 

Das Hochhaus stellte Bauherren und Planer vor eine große Herausforderung

Höhe allerdings ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Projekts: Das 1962 nach Plänen des Münchner Architekten Hans Maurer errichtete Gebäude stellt Bauherren und Planer vor echte Herausforderungen. Die grundsätzliche Eignung zum Wohnen wurde lange diskutiert - gleichzeitig gab es Bedenken, es entstünden lediglich unerschwingliche Luxuswohnungen und das historische Erscheinungsbild würde durch die neue Nutzung aufgegeben. Der aus dem Wettbewerb im Mai 2015 hervorgegangene und nun weiterentwickelte und im Detail erläuterte Entwurf des Büros Meili Peter Architekten, München, räumt solche Zweifel aus: Die neue Fassade nimmt den Rhythmus der alten auf und wahrt so ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Anstelle eines Luxusturms verwirklichen die Bauherren ein Konzept der vertikalen Vielfalt, die ISARIA-Vorstand Michael Haupt so erläutert: „Ein Hochhaus ist einfach ein hoch urbanes Produkt. Und Urbanität ist immer auch Vielfalt und Begegnung. Erst daraus entsteht jene Vitalität, die Menschen in der Stadt so attraktiv finden. Durch die Vereinigung unterschiedlicher Nutzungs- und Wohnformen wird der Turm für viele Menschen im Viertel erlebbar. Ganz anders als früher – und auch alles andere als ein Luxusturm.“

 

Zweigeschossige Loggien machen die Nord-Wohnungen zu etwas ganz Besonderem

Besonderes Augenmerk haben die Architekten auf die Planung der Nord-Wohnungen gelegt und neben durchgesteckten und Über- Eck-Wohnungen eine weitere Grundrissvariante entwickelt: Die „Duplexwohnungen“ zeichnen sich durch eine zweigeschossige Loggia aus, die von jeder der beiden Wohnebenen aus zugänglich ist. Auch jetzt schon stellt man als Besucher des Turms schnell fest, dass der Blick nach Norden, auf die sich immer wieder verändernde Stadt, mindestens das gleiche Begeisterungspotenzial hat, wie der auf die Berge. Ob Nord- oder Südseite – dank entsprechender Abstandsflächen werden die künftigen Bewohner schon ab dem 6. Obergeschoss phantastische Ausblicke genießen. Der Vertriebsstart ist für Mitte 2017 geplant.

www.isaria.de