Das Beste für die Kleinen
Geschrieben am 23.09.2016

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste - aber bei der Einrichtung des Kinderzimmers legen sie nicht immer Augenmerk auf die Gesundheit. Dabei ist es besonders wichtig, dass sie dort weder schädlichen Stoffen noch vermeidbaren Gefahren ausgesetzt sind.

Schadstoffe werden von kleinen Kindern schneller aufgenommen als von Erwachsenen

„Schadstoffe sind für kleine Kinder besonders problematisch, weil sie viel mehr davon aufnehmen als Erwachsene“, sagt Johanna Hausmann, Projektmanagerin beim Umweltnetzwerk Women in Europe for a Common Future in München. Denn kleine Kinder atmen schneller, ihre Haut ist dünner und durchlässiger. Und sie nehmen vieles in den Mund.

Bei Materialien nach Richtwerten orientieren

Doch wie findet man heraus, ob eine Wandfarbe schadstoffarm ist? Man kann sich an groben Richtwerten zu den verwendeten Materialien orientieren. Bei Möbeln ist eine grundlegende Entscheidung: Massivholz oder Pressspan? Bei Pressspan sei die Gefahr, dass Formaldehyd enthalten ist, größer als bei Vollholz ohne Klebemittel, sagt Hausmann. Vollholz könne aber mit Bioziden belastet sein, auch auf den Lack müsse man schauen.

Second-Hand-Möbel sind eine gute Alternative zu neuen Möbeln

Eine gute Wahl seien Second-Hand-Möbel, da bei ihnen eventuelle Belastungen schon verflogen sind. Wandfarben sollten möglichst wenig Lösungsmittel enthalten. Ganz ohne kommen viele mineralische Silikatfarben aus. Susanne Woelk von der Aktion ‚Das Sichere Haus‘ empfiehlt als Alternative ungestrichene Papiertapeten.

Für den Boden kein PVC verwenden

Beim Boden gibt es ein No-Go: PVC enthält Weichmacher wie Phthalate, warnt Hausmann. Bestimmte Phthalate stehen im Verdacht, die Fortpflanzung zu gefährden. Linoleum sei weitgehend unbedenklich, da es aus natürlichen Materialien wie Leinöl, Kork und Jute besteht, sagt Woelk. «Allerdings riecht es am Anfang stark.» Hausmanns Favoriten sind Holzdielen oder Teppichböden aus zertifizierter Wolle.

Labels zeichnen Produkte aus die wenig Schadstoffe ausströmen

Wer noch mehr Sicherheit darüber will, dass er seinem Kind gute Qualität ins Zimmer holt, kann sich an Labels orientieren. Der Blaue Engel zeichnet Produkte aus, die wenig Schadstoffe ausdünsten. Ähnliche Standards hat das Eco-Institut für sein Siegel. Speziell für Textilien gibt es den Oeko-Tex-Standard oder das GOTS-Label, für Bodenbeläge das Label GUT. Weitere Öko-Zeichen sind die Euroblume und das Label der Vereinigung natureplus.

Mehr Informationen erhalten Sie hier:

www.wecf.eu/german
www.das-sichere-haus.de
www.blauer-engel.de

Foto/Text: dpa