Schloss Nymphenburg
Geschrieben am 16.11.2015

In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, stellt Ihnen immostar.de regelmäßig ein Schloss, einen Garten oder einen See vor. Heute der 8. Teil unserer Serie über das Schlösserland Bayern: Schloss Nymphenburg - Entstehungsgeschichte, Führungen und Wichtige Informationen für Ihren Besuch

Die Entstehungsgeschichte Schloss Nymphenburg

Die Gründung von Schloss Nymphenburg als Sommerresidenz ist der Geburt des langersehnten Thronerben Max Emanuel zu verdanken, der dem bayerischen Kurfürstenpaar Ferdinand Maria und Henriette Adelaide von Savoyen nach zehnjähriger Ehe 1662 geschenkt wurde. Als Bauplatz war die westlich der Residenzstadt gelegene Hofmark Kemnathen vorgesehen, ein Ort auf freiem Feld, damals zwei Stunden von München entfernt. 1664 wurde mit dem Bau nach Plänen des Oberitalieners Agostino Barelli begonnen, der für München auch die Theatinerkirche entworfen hat. Das nach italienischen Vorbildern errichtete "Lusthauß Nymphenburg" war zunächst nur ein mächtiger kubischer Pavillon, umgeben von der Hofmarkskirche, einigen Neben- und Wirtschaftsgebäuden sowie einem ummauerten, in geometrischen Formen angelegten kleinen Garten. Um 1679 war das Schloss in seiner ersten Form nahezu fertiggestellt. Während der Regierungszeit des Kurfürsten Max Emanuel (1680 bis 1726) erhielt Schloss Nymphenburg seine heutigen Dimensionen. Unter Leitung des Hofbaumeisters Henrico Zuccalli entstanden ab 1701 nördlich und südlich des vorhandenen Baukörpers jeweils zwei gestaffelte Pavillons, die durch Galerien mit dem Mittelblock verbunden wurden. Durch den Spanischen Erbfolgekrieg wurden die Baumaßnahmen jedoch bald wieder eingestellt, da Max Emanuel die Zeit von 1704 bis 1715 außerhalb Bayerns verbringen musste. Als der Kurfürst 1715 aus Paris nach München zurückkam, begleiteten ihn zahlreiche französische oder in Frankreich geschulte Künstler. Beim weiteren Ausbau seiner Schlossanlage lieferten sie Werke nach dem neuesten französischen Geschmack. Zu nennen sind vor allem der Architekt Joseph Effner und der Gartenkünstler Dominique Girard. Jedoch erhielten auch einheimische Künstler wichtige Aufträge. Die Ansichten der bayerischen Schlösser in den Galerien fertigte Franz Joachim Beich. Unter den Stuckatoren nahm Johann Baptist Zimmermann den ersten Platz ein. Insgesamt entwickelte sich der Münchner Hof auf diese Weise zu einem Zentrum der Kunst von europäischem Rang. Zusammen mit dem Pariser Gartenarchitekten Dominique Girard konzipierte Hofbaumeister Joseph Effner um 1715 den Gesamtplan für Nymphenburg, einen Idealplan, nach dem der weitere Ausbau erfolgte. Im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen durchgeführt: Umgestaltung des Mittelpavillons als dem zentralen Punkt der Anlage, Innenausstattung der kurfürstlichen Appartements, Neubau der Nebengebäude als Hofgevierte, Anlage eines halbkreisförmigen Rondells mit Zirkelmauer und fünf Pavillonpaaren. Ausgehend von der Mitte wuchsen die perspektivisch gestaffelten Baukörper so zu einer vollkommen symmetrischen "Idealstadt" zusammen, die Platz für den Hofstaat bot. Dieser Plan umfasste auch die barocke Neugestaltung und Erweiterung des Gartens in der heutigen Größe. Karl Albrecht, Kurfürst von Bayern und Kaiser (regierte 1726 bis 1745, seit 1742 Kaiser Karl VII.), setzte in Nymphenburg die vom Vater begonnenen Baumaßnahmen fort. Er bereicherte die Anlage durch das Schlossrondell. Schloss und Rondell sollten das Zentrum der geplanten "Carlsstadt" bilden. Sein kostbarstes Vermächtnis wurde jedoch die Amalienburg im Nymphenburger Park. François Cuvilliés d.Ä., ein in Paris geschulter Architekt, führte die Münchner Hofkunst mit diesem geistreichen, graziösen Kleinod des Rokoko zur höchsten Blüte. Ausgeführt von hervorragenden Künstlern und spezialisierten Hofwerkstätten entstand eine der bezauberndsten Schöpfungen der europäischen Kunst dieser Zeit. Unter Kurfürst Max III. Joseph (reg. 1745- 1777) erhielt der Festsaal von Schloss Nymphenburg seine heutige pompöse Dekoration. Johann Baptist Zimmermann schuf hier in Verbindung mit François Cuvilliés d.Ä. ein Hauptwerk des höfischen Münchner Rokoko. Ausgemalt wurde auch die Gewölbezone der Schlosskirche. Und schließlich kam unter Max III. Joseph die Nymphenburger Porzellanmanufaktur an ihren heutigen Platz im vorderen Schlossrondell. Der Park erhielt damals ebenfalls neue Akzente, so durch die Umformung des Großen Parterres. Hier kamen Statuen der wichtigsten Götter des Olymp hinzu. Die jetzigen prunkvollen Freitreppen bilden den adäquaten Zugang zum Hauptgebäude und zum "Großen Saal". Kurfürst Karl Theodor, der in Pfalz-Bayern von 1777 bis 1799 regierte, hat in Nymphenburg wenig verändert. Durch die Verbreiterung der Galerietrakte entstanden neue Räume, die eine zeitgemäße Ausstattung erhielten. 1792 ließ Karl Theodor den Nymphenburger Schlosspark für das Volk öffnen. Als Bayern im frühen 19. Jahrhundert Königreich wurde, erhielt Nymphenburg wieder eine neue bedeutende Funktion. Kurfürst Max IV. Joseph, seit 1806 als Max I. Joseph der erste König von Bayern, ließ einen Teil der Räume umbauen und mit noblem klassizistischem Mobiliar ausstatten. Der Hofgärtenintendant Friedrich Ludwig Sckell verwandelte den geometrischen französischen Garten in einen Landschaftspark englischer Prägung. König Max I. Joseph starb 1825 in Nymphenburg. 1842 nahm das bayerische Kronprinzenpaar Maximilian (II.) und Marie von Preußen Wohnsitz in Schloss Nymphenburg. Am 25. August 1845, dem Tag des hl. Ludwig, brachte die Prinzessin in diesem Raum den künftigen Thronfolger, den späteren König Ludwig II., zur Welt. Das Kind wurde Ludwig genannt – zu Ehren des Großvaters König Ludwig I., der am gleichen Tag geboren war. Am Tag darauf wurde es im Steinernen Saal getauft.

Führungen im Park und im Schloss Nymphenburg

Die Teilnahme an den Themenführungen ist zum großen Teil kostenlos; in diesen Fällen ist lediglich der Eintritt für das jeweilige Objekt zu entrichten. Bei den Kinderführungen wird in der Regel ein Betrag von 2,- Euro pro Kind (Materialkosten) erhoben; der Eintritt ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Erwachsene Begleitpersonen zahlen nur den Eintritt für das jeweilige Objekt. Die Parkführungen kosten normalerweise 3,- Euro pro Teilnehmer. Ausnahmen sind direkt bei den einzelnen Terminen angegeben. Falls für eine Parkführung eine Eintrittskarte gelöst werden muss, entfallen die Führungskosten von 3,- Euro. Die Parkführungen dauern etwa 90 Minuten und finden auch bei schlechtem Wetter statt! Für Gruppen können auch private Sonderführungen gebucht werden. Wer den Schlosspark lieber selbst erkunden möchte nutzt dazu die App »Schlosspark Nymphenburg «. Sie ist der ideale Begleiter zur Erkundung der historischen Parkanlage. An 23 ausgewählten Stationen erhält der Nutzer Informationen zur Geschichte sowie Hördokumente, Bilder und Filme zum jeweiligen Standort. Alle Texte in der App stehen auch als Audio-Dateien zur Verfügung. Die Smartphone-App ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar und kann im Google Play Store und im iTunes Store heruntergeladen werden! Im Schloss Nymphenburg finden keine regelmäßigen Führungen statt. Es gibt jedoch eine neue Audioführung. Der Besucher kann zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch auswählen und sich wahlweise über 39 Räume und Exponate informieren. Wer jeden Beitrag hören möchte, darf sich über 90 unterhaltsame Minuten freuen. Die Leihgebühr für den Audioguide beträgt 3,50 Euro für Einzelbesucher und 2,50 Euro für Gruppenteilnehmer (ab 15 Personen). Allgemeine Hinweise für Besucher Die Besichtigung des Schlosses ist für Besucher mit eingeschränkter Mobilität möglich; es ist ein Aufzug zum Obergeschoss vorhanden. Die Besichtigung des Marstallmuseums ist möglich (ebenerdig); zum Museum "Nymphenburger Porzellan" ist ein Aufzug vorhanden. Die Parkburgen Amalienburg, Badenburg, Pagodenburg und Magdalenenklause sind jeweils nur über einige Stufen erreichbar. Hunde und andere Tiere dürfen nicht in das Schloss und die Museen mitgenommen werden. Für mitgebrachte Tiere kann leider keine Beaufsichtigung anboten werden. Im Park ist das Mitführen von Hunden an der Leine gestattet.

Wichtige Informationen für Ihren Besuch:

Anfahrt mit dem Auto / Bus
Von der Autobahn A 8 (Stuttgart – München): Nach dem Autobahnende dem Straßenverlauf folgend (Verdistraße) bis zur Nördlichen Auffahrtsallee, hier der Beschilderung "Schloss Nymphenburg" folgend rechts abbiegen. Von der A 96 (Lindau – München), Abfahrt "Laim": An der Ampel links auf die Fürstenrieder Straße, weiter geradeaus bis zur Laimer Unterführung (Fürstenrieder Straße wird zur Wotanstraße) und weiter bis zum Romanplatz; am Romanplatz links (= Richtung AB Stuttgart) in die Notburgastraße, und der Beschilderung "Schloss Nymphenburg" folgend an der Brücke links abbiegen. Von der A 95 (Garmisch – München), Abfahrt "München-Kreuzhof": An der Abfahrt München Kreuzhof links halten, diese führt direkt auf die Fürstenrieder Straße. Weiter geradeaus bis zur Laimer Unterführung (Fürstenrieder Straße wird zur Wotanstraße) und bis zum Romanplatz; am Romanplatz links (= Richtung AB Stuttgart) in die Notburgastraße, und der Beschilderung "Schloss Nymphenburg" folgend an der Brücke links abbiegen. Von der A 9 (Nürnberg – München), Abfahrt "München-Schwabing": An der Abfahrt Richtung "A95/M.-Schwabing / München / Garmisch-P. / Zentrum" halten, diese führt direkt auf die Schenkendorstraße / B2R. Weiter geradeaus (Schenkendorfstraße wird zum Georg-Brauchle-Ring und anschließend zum Wintrichring). Der Beschilderung "Schloss Nymphenburg" folgend links in die Menzinger Straße abbiegen. Weiter bis zur Nördlichen Auffahrtsallee und an der Brücke rechts abbiegen. Am Schloss sind etwa 450 kostenlose Parkplätze für Pkw sowie 25 Busstellplätze vorhanden.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Auskünfte zur Anreise mit der Bahn erhalten Sie unter www.bahn.de. Informationen zu Fernbusverbindungen und weiteren Verkehrsmitteln finden Sie im Internet. Schloss Nymphenburg liegt verkehrsgünstig im Münchner Westen ca. 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen: S-Bahn bis Haltestelle "Laim", dann Bus bis Haltestelle "Schloss Nymphenburg" oder U-Bahn bis Haltestelle "Rotkreuzplatz", dann Tram bis Haltestelle "Schloss Nymphenburg".

Öffnungszeiten Schloss Nymphenburg

Marstallmuseum mit Museum "Nymphenburger Porzellan": April bis 15. Oktober: 9-18 Uhr, 16. Oktober bis März: 10-16 Uhr, täglich geöffnet. Amalienburg, Badenburg, Pagodenburg und Magdalenenklause: April bis 15. Oktober: 9-18 Uhr (täglich geöffnet), 16. Oktober bis März: geschlossen. Letzter Einlass ist in allen Objekten 20 Minuten vor Ende der angegeben Öffnungszeit. Alle Objekte sind an folgenden Tagen geschlossen: 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember. Öffnungszeiten des Schlosspark Nymphenburg Eingang über das Haupttor: Januar bis März und November, Dezember: 6-18 Uhr, April und Oktober: 6-20 Uhr, Mai bis September: 6-21.30 Uhr. Die übrigen Parktore werden ½ Stunde früher geschlossen. Die Fontänen sind in der Regel von Ostern bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr in Betrieb. Von April bis Mitte Oktober kann im Geranienhaus täglich von 9-18 Uhr die Ausstellung "Friedrich Ludwig von Sckell und Nymphenburg" besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Die historischen Pumpwerke in den Brunnhäusern des Schlossparks (Grünes Brunnhaus im "Dörfchen" und Johannisbrunnhaus im Nordflügel des Schlosses) können von Ostern bis Anfang Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Eintrittspreise 2015

Gesamtkarte "Nymphenburg": 1. April bis Mitte Oktober: 11,50 Euro regulär / 9,- Euro ermäßigt. Mitte Oktober bis 31. März: 8,50 Euro regulär / 6,50 Euro ermäßigt. Die Gesamtkarte berechtigt zum Besuch des Schlosses, des Marstallmuseums mit Museum "Nymphenburger Porzellan" und der Parkburgen (Amalienburg, Badenburg, Pagodenburg und Magdalenenklause). In der Wintersaison sind die Parkburgen geschlossen. Schloss Nymphenburg: 6,- Euro regulär / 5,- Euro ermäßigt. Marstallmuseum mit Museum "Nymphenburger Porzellan": 4,50 Euro regulär / 3,50 Euro ermäßigt. Karte "Parkburgen": 4,50 Euro regulär / 3,50 Euro ermäßigt. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schüler mit allgemeiner Schulpflicht (Haupt- bzw. Mittelschule, Förderschule, Realschule, Gymnasium) sowie Schüler von Fachoberschulen, Berufsoberschulen und Wirtschaftsschulen erhalten gegen Vorlage des Schülerausweises freien Eintritt. Insbesondere Sprachschülern und Schülern von Abendgymnasien wird kein freier Eintritt gewährt. Mit den Jahreskarten und Mehrtagestickets der Bayerischen Schlösserverwaltung können Sie über vierzig der schönsten Sehenswürdigkeiten Bayerns besichtigen!

www.schloss-nymphenburg.de

Auf dem Gelände der Schlossanlage Nymphenburg befinden sich zwei Pachtgaststätten der Bayerischen Schlösserverwaltung:

Schlosscafé im Palmenhaus (im Schlosspark Nymphenburg)
Schloss Nymphenburg, Eingang 43
80638 München
Telefon 089/175309
info@palmenhaus.de
www.palmenhaus.de

Schlosswirtschaft Schwaige (im Südflügel)
Schloss Nymphenburg, 80638 München
Telefon 089/12020890
mail@schlosswirtschaft-schwaige.de
www.schlosswirtschaft-schwaige.de

Zwei weitere Pachtgaststätten der Schlösserverwaltung finden Sie nicht weit entfernt von Schloss Nymphenburg:

Restaurant und Biergarten "Die Neue Fasanerie"
Hartmannshofer Straße 20
80997 München
Telefon 089/1495607
info@neue-fasanerie.de
www.neue-fasanerie.de

Taxisgarten
Taxisstraße 12
80637 München
Telefon 089/156827
www.taxisgarten.de

 

© Bayerische Schlösserverwaltung
www.schloesser.bayern.de