München-Schwabing

Schwabing – früher Wahnmoching, heute eher gesetzt


Siegestor in München-Schwabing
 
Geschichte und Lage

Schwabing, ein kleines bäuerliches Dorf, weit vor den Toren der Stadt. Das war noch im 18. Jhdt. so. Zu Beginn des 19. Jhdt.s war die Stadterweiterung nach Norden beschlossen und Ludwig I. ließ eine Prachtstraße im klassizistischen Stil planen, die das damalige zentralistische Regierungssystem repräsentieren sollte. Entlang dieser Achse Schwabing–München, der Ludwigstraße, sollte sich dann später die umliegende Bebauung entwickeln. Ministerien, Adelspalais und die neue Universität wurden hier auf grünem Acker geplant. Von dieser etwas absurden und einsamen Lage ist heute nichts mehr zu spüren.

Die heutigen Bauten Schwabings, das sich bis nahe an die Altstadt hin erstreckt, unterbrochen nur durch das Gebiet der Maxvorstadt, weisen ein breites Spektrum der Entstehung auf. Teilweise Gebäude vom Beginn des 19. Jhdt.s, über die große Zahl der Ersatzbauten infolge des Krieges, bis hin zu den Gebäuden aus den großen Bauschüben der 70er, 80er und 90er Jahre des 20. Jhdt.s, bis zu den letzten Umwälzungen der 2000er Jahre. Ebenso abwechslungsreich sind die Epochen der jeweils das öffentliche Leben dominierenden Bewohner: Studenten folgten auf Großbürgertum und Künstler, von den rauschenden Künstlerfesten „Wahnmochings“ in den 20er Jahren zu den Studentenunruhen der 60er Jahre, vom Kunstmarkt auf der Leopoldstraße und den legendären Kneipen um die Occamstraße, zum Walking Man vor der größten Rückversicherungsgesellschaft der Welt und einer Leopold- und einer Occamstraße, die gediegen und ruhig geworden sind, zumindest, was Szenelokale und Kunstszene betrifft.

Hochwertig mit entsprechendem Preisniveau

Lebenswert und teuer von den Immobilien her ist Alt-Schwabing auf jeden Fall. Zur Lebensqualität tragen Englischer Garten, Luitpoldpark, Elisabethmarkt und insgesamt die gewachsene Struktur des Viertels bei. Die Altbauten und Bestandsgebäude sind meist in hervorragendem Zustand, die Neubauten von hochwertiger Ausstattung. Liegt an den Hauptverkehrsachsen das Preisniveau in der 1. Baureihe eher niedriger, steigt es in der ruhigeren 2. Baureihe sprunghaft an. So ist in Schwabing gemäßigtes bis sehr gehobenes Preissegment zu finden. Was nicht funktioniert hat ist, den Neubauregionen nördlich des Petuelringes das Etikett Neu-Schwabing aufzudrücken: dauerhaft wurden hier die hohen Preiserwartungen nicht erfüllt.

Text: © Gerschlauer GmbH, Immobilien; Foto: © By Martin Falbisoner (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons