München-Riem

Riem – Pferde, Flugzeuge, Messe, BUGA und der Papst


Messe West-Eingang in München Riem
Von der Schöpfung bis zum Ende des 19. Jhdt.s

Die ersten Siedlungsspuren reichen zurück ins 8. Jhdt., die erste urkundliche Erwähnung ins 10. Jhdt. Unklar ist, woher der Name stammt. Die einen leiten von einer gürtelartigen = riemenartigen Siedlungsform ab, die anderen sehen die Lage an einem, aus dem Untergrund tretenden Bachlauf als Namensgeber. Jahrhundertelang war Riem eine wichtige Station mit Pferdewechsel der Poststrecke zwischen München und Mühldorf. Zu Beginn des 19. Jhdt.s erhielt Riem Gemeinderecht und wurde später, nein, nicht wie die meisten Gemeinden im Umland von München, sondern vom benachbarten Dornach eingemeindet. 1895 gaben wieder die Pferde den Ton an, die Galopprennbahn wurde gebaut.

Das 20. Jhdt. erobert Riem

Zu Beginn des 20. Jhdt.s entwickelte sich die Verkehrsfliegerei und München brauchte Ersatz für den kleinen Flughafen am Oberwiesenfeld. Mit dem Bau des neuen Flughafens in Riem 1937 erfolgte die Loslösung von Dornach und Eingemeindung nach München. Ab da bestimmte der Flughafen bis zu seiner Umsiedlung ins Erdinger Moos 1992 den Takt Riems. Da alles dem Betrieb des Airports untergeordnet wurde, erwies er sich für Riem und seine Entwicklung eher als Hemmschuh. Nur die Pferde sorgten zwischendurch wieder für ein bauliches Highlight und brachten auch die S-Bahn: für die Olympischen Spiele 1972 wurde das olympische Reitstadion errichtet, das aber inzwischen schon wieder abgerissen wurde, führte es nach den Spielen eher ein Schattendasein.

Messe, Papst und BUGA

Auf dem Gelände des Flughafens wurde nach dessen Umsiedelung die Neue Messe errichtet, die in der Münchner Innenstadt aus allen Nähten platzte. Auch der Hofbräu siedelte aus nach Riem, der Containerbahnhof der Bahn folgte. Und mit der Messe kam auch die U-Bahn. Östlich des Messegeländes entstand ein Bereich, der vorwiegend dem Gewerbe gewidmet war, südlich ein neues Wohnquartier, das völlig neues Wohngefühl vermitteln sollte. Bis heute ist das Konzept unter Fachleuten, aber auch unter den Bewohnern, eher umstritten. Eine Shoppingmall, die Riem Arcaden, folgten. Noch weiter südlich entstand für die Bundesgartenschau 2005 (BUGA) ein Park mit See, von dem alle Anlieger heute noch profitieren. Auch Großveranstaltungen finden hier statt, z.B. die große Papstmesse unter freiem Himmel, bei seinem offiziellen Münchenbesuch.

Lage

Riem grenzt im Westen an Trudering und Daglfing. Im Osten ist die Stadtgrenze auch Stadtviertelgrenze und im Norden und Süden wird die Grenze von Eisenbahngleisen gebildet.

Immobilien

In der Messestadt überwiegen Wohnungen des mittleren bis gehobeneren Preissegments. Neu-Riem und Alt-Riem werden getrennt durch die A94, die für eine hervorragende Verkehrsanbindung sorgt, sich aber in den Wohnbereichen nicht unangenehm bemerkbar macht. Alt-Riem hat sich inzwischen auch weiter entwickelt, die Neu- und Ersatzbauten nehmen zu. In einigen Bereichen überwiegen Wohnungen, in einigen die Einfamilienhäuser. Die Immobilienpreise erreichen durchaus gehobenes Niveau, je nach Lage. Das Wohnen in Riem ist durchweg sehr familienfreundlich, das Lebensgefühl ein bisserl konservativ und ein bisserl alternativ, aber alles in Maßen.

Text: © Gerschlauer GmbH, Immobilien; Foto: © von Rufus46 (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons