München-Lerchenau

Die Lerchenau – das Viertel zwischen Gartensiedlung und Hochhäusern


Lerchenauer See in München
 
Lage und Geschichte

Die Lerchenau liegt im Nordwesten Münchens, zwischen der Gundermannstraße im Norden und den Bahngleisen, die zum Rangierbahnhof Nord führen, im Süden. Im Osten grenzt die Eberwurzstraße das Stadtviertel gegen das benachbarte Hasenbergl ab. Im Westen geht das Viertel nach der Siedlung am Lerchenauer See in die Fasanerie über.

Der Lerchenauer See selbst ist ein Baggersee, der aus dem Kiesabbau für die Deutsche Reichsbahn in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts übrig blieb. Die Siedlung am Lerchenauer See mit ihren bis zu 15-stöckigen Hochhäusern repräsentiert die Idee modernen Wohnens der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Im südlichen und östlichen Teil der Lerchenau erinnert noch vieles an die Gründung der Garten- und Wohnsiedlungen zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sie wurden in der Zeit zwischen 1919 und den 30er Jahren angelegt. Zum Teil als erweiterte Schrebergärten, zum Teil als typische Siedlungshäuschen mit Garten, die dem Wohnen und der autarken Selbstversorgung einfacherer Gesellschaftsschichten dienen sollten. Zu dieser Zeit gab es auch noch eine große Zahl von Gärtnereien in der Lerchenau, von denen fast keine mehr übrig blieb.

Der Name war ursprünglich die Flurbezeichnung eines Jagdreviers mit hohem Niederwildaufkommen, das zum Schloss Schleißheim gehörte. In der weiteren Entwicklung gehörte die Lerchenau zu Feldmoching, wurde nach 1914 eigenständig und mit Feldmoching 1938 nach München eingemeindet.

Umbruchsphase

Heute ist die Lerchenau, wie schon seit einigen Jahren, im Umbruch. Die alten Häuschen auf großen Grundstücken werden durch Nachverdichtung und Neubau peu à peu ersetzt. Vorwiegend entstehen größere Einfamilienhäuser, Doppelhäuser oder kleinere Eigentumswohnungsanlagen. Die Preise für die Grundstücke und die fertigen Einheiten liegen im mittleren und leicht gehobenen Preisbereich. Teilweise stehen aber auch größere Bereiche zur Disposition, wie z. B. die Eggartensiedlung, auf deren Gelände schon seit 2011 bis zu 1.250 neue Wohnungen entstehen sollen.

Die Lerchenau ist im Umbruch, zweifellos. Nur die Siedlung am Lerchenauer See steht monolithisch, Beton gewordene Ewigkeit. Viele Bewohner aber schätzen das Wohnen dort heute, lieben die Flora, die die Zwischenräume wieder rückerobert, sich den Wohnmaschinen wieder nähert und sie gnädig schmückt. Zur Wohnqualität trägt der Badesee vor der Haustüre bei, auch wenn dessen Wasserqualität im Hochsommer nicht immer ganz unproblematisch ist.

In der Lerchenau wohnt es sich ansonsten ruhig, zurückgezogen, gemütlich grün. Alters- und Sozialstruktur sind inzwischen eher gemischt. Es führen einige Buslinien durchs Viertel. Am westlichen Rand der Lerchenau liegt die S-Bahn-Station Fasanerie. Die U-Bahn macht einen großen Bogen um die Lerchenau. Ein Auto im Haushalt empfiehlt sich. Wohl vorhanden sind Grundschule und Kindergärten, diese aber eher im östlichen Bereich der Lerchenau. Einkaufsmöglichkeiten befinden sich vorwiegend in der Siedlung am Lerchenauer See oder aber an der Lerchenauer Straße, wobei die Zahl der Geschäfte an letzterer eher rückläufig ist.

Text: © Gerschlauer GmbH, Immobilien; Foto: © von Gamsbart (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons