München-Gern

Wohnluxus in Villa und Reihenhaus

Westerland
Denkmalgeschütztes Haus in Gern, München
 

Kerin war eine Ortsgründung um ca. 1000 n. Chr. Daraus wurde Gern, das bereits um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhdt. nach München eingemeindet wurde. Ein paar Jahre früher hatten hier die in München nur zu bekannten Bauunternehmer und Grundstücksentwickler Heilmann und Littmann in ein paar Straßenzügen nördlich des Nymphenburger Schloßkanals ein neues Konzept präsentiert: Reihenhäuser, gehalten in historisierendem Stil, z. T. ein bisschen ländlich orientiert und mit „inneren Charakterwerten“, waren doch die Grundrisse alle individuell gestaltet. Ein voller Erfolg über die Jahre hinweg, denn kommt heute eines dieser alten Stadtreihenhäuser auf den Markt, erzielt es absolute Höchstpreise, nahe dem Niveau ähnlicher Stadthäuser in London. Auch für Münchner Verhältnisse: Preis exorbitant.

Grenzen und Gewässer

Gern beginnt im Westen, zwei, drei Querstraßen östlich der Menzinger Straße, im unmittelbaren Anschluss an Nymphenburg. Im Süden liegt der Schloßkanal und im Norden der Biedersteiner Kanal, der die Nymphenburger Porzellanmanufaktur unterirdisch verlässt, Gern durchzieht und dann den Olympiasee durchfließt, um wie alle Wasser, die der Würm entstammen, der Isar zu zufließen. Seine Ostgrenze findet Gern an der vielbefahrenen Landshuter Allee. Im Nordosten beschreibt der Grenzverlauf einen eleganten konvexen Knick und schließt den Dantepark mit seinen Gebäuden, dem Stadion und dem beliebten Schwimm- und Freibad mit ein.

Vielfalt in der Struktur

Im Viertel selbst aber herrscht himmlische Ruhe mit vielen grünen Gärten. Von der exklusiven Villa mit Park bis zu einfacheren Genossenschaftsbauten sind hier alle Immobiliensparten vertreten und somit auch eine gut gemischte Bewohnerstruktur: jung und alt, arm und reich und bei allem alles dazwischen.

Infrastruktur

Die Haupteinkaufsstraße mit diversen Geschäften und Einkaufsmärkten ist die Waisenhausstraße, die von Süd nach Nord verläuft und an der auch die U-Bahn-Station liegt, die den Namen des Viertels trägt. Dezentral und übers ganze Stadtviertel verteilt, liegen einladende Cafés und Restaurants sowie Gaststätten mit gemütlichen Wirtsgärten. Altersheim, Kindergärten und Schulen vervollständigen das Bild eines gewachsenen und lebendigen Stadtteils. Seit Jahren tobt nun der Streit um den Erholungspark mit Schwimmbad an der Taxisstraße, ohne dass sich eine Lösung abzeichnet. Ursprünglich nach dem 1. Weltkrieg für Kriegsversehrte gegründet, entzündete sich der Zwist, dass der Betreiberverein eine Nutzung durch behinderte Jugendliche nicht zulassen wollte. Dem wollte die staatl. Schlösser- und Seenverwaltung als Vertreter des Eigentümers, des Freistaats, nicht tatenlos zusehen. Der Verein beharrte auf seiner Position und erhielt die Kündigung. Ein neuer Betreiber fand sich bisher nicht. Somit Park und Bad geschlossen, auf der Strecke geblieben: die Nutzer, Zukunft ungewiss.

Gern ist noch recht ursprünglich und damit ein absolut liebenswertes Münchner Viertel, fast ein Geheimtipp.

Text: © Gerschlauer GmbH, Immobilien; Foto: © von Michael F. Schönitzer (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons