München-Denning

Denning: Von der Villa Rustica zum Ristorante - alte Römer und neue Italiener


Alter Kernhof in München-Denning
 
Lage

Denning ist der östlichste Teil des Stadtbezirks Bogenhausen, von dessen mondänem Touch es aber nichts hat. Dennings Grenzen bilden die Vollmannstraße im Westen, der Denninger Anger im Süden (die ersten Häuserzeilen südlich der Denninger und der Daglfinger Straßen gehören noch zu Denning), die S-Bahn-Gleise der Flughafentrasse im Osten und im Norden die Memeler Straße gegenüber Englschalking.

Geschichte

Wie Ausgrabungen ergaben, liegen die Ursprünge Dennings im 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. Aus dieser Zeit datiert zumindest die imposante Villa Rustica, die in verschiedenen Grabungsepochen freigelegt wurde. Das Landgut diente der Versorgung der Castra, Castella und Urbi der Raetia Secunda Vindelica (Bayern südl. der Donau und westlich des Inns, heutiges Stammgebiet von Gerschlauer Immobilien). Brandspuren deuten auf ein gewaltsames Ende im 3. Jhdt. n. Chr. – entweder hatten die Römer leichtfertig den Preis für Cervisia erhöht oder es war doch ein Überfall der Alemannen…! Um 1000 nach Chr. wird „Danningen“ das erste Mal urkundlich erwähnt und dümpelt als Weiler mit wenigen Höfen durch die Jahrhunderte. Bis auf das 17. Jhdt. geht der „Alte Kernhof“ an der Kreuzung Denninger Straße und Ostpreußenstraße zurück. Von ihm steht heute nur noch das Hauptgebäude. In der 2. Hälfte des 19. Jhdt.s gehörten ausgedehnte Flächen zu dem Hof, auf denen, wie in der ganzen Gegend, Lehm abgebaut und zu Ziegeln gebrannt wurde.

Die Ziegelei des Alten Kernhofs war die zweitgrößte in Denning. Zahlreiche italienische Gastarbeiter ahnten nichts von ihren beherrschenden Vorfahren. Denn die ersten Funde zur Villa Rustica geschahen erst Anfang der 20er Jahre des 20. Jhdt.s als die Obermaier-Kolonie entstand, benannt nach dem ursprünglichen Grundeigner. Die Kolonie liegt östlich der Ostpreußenstraße, rund um den „Platz der Deutschen Einheit“. Den Namen erhielt der Platz übrigens schon Anfang der 30er Jahre des 20. Jhdt.s und die hier beschworene Einheit bezog sich auf die Einheit des Deutschen Reichs und Österreichs!

Nachdem der Lehm abgebaut war, blieb darunter der Kies übrig – bis ca. 2000 war auf dem Denninger Anger ein Kies-und Quetschwerk, heute ein kleiner Park.

Die Bebauung Dennings reicht heute von Hochhausgruppierungen, wie z. B. der Siedlung an der Warthestraße, die 1967 von der Münchner Rück als Investment errichtet worden war, über Eigentumswohnungs- und Mietwohnungsanlagen der 70er, 80er und 90er Jahre bis hin zu den laufenden Ersatzbebauungen mit Einfamilien- und Doppelhäusern, Dreispännern und kleinen Wohnanlagen. Dazwischen bleiben immer wieder Rudimente der Vergangenheit, wie z. B. die kleine Gärtnerei in der Zopoter Straße.

Einkaufen

Einkaufsmeile des Viertels ist die Ostpreußenstraße mit ihren Läden und Geschäften, Supermärkten, Gaststätten und Restaurants. Schulen und Kindergärten sind in diesem von viel Gartengrün geprägten, familienfreundlichen Viertel ausreichend vorhanden. Die U-Bahn-Endstation Arabellaprk oder der S-Bahnhof Daglfing sind zu Fuß bzw. mit dem Rad bestens zu erreichen oder hervorragend über städtische Buslinien angebunden.

Unter den Gaststätten im Viertel gibt es diverse Nachfahren der alten Römer der Villa Rustica: Ristoranti, Trattorie und Pizzerie, unter anderem auch im Alten Kernhof.

Text: © Gerschlauer GmbH, Immobilien; Foto: © von X (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons